Was meint Google, wenn von Entitäten die Rede ist?

Eine Inhaberin tippt den Namen eines Malerbetriebs in die Suche. Sie will keine Liste von Seiten, auf denen diese Buchstabenfolge vorkommt. Sie will den Betrieb selbst: Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten.

Diesen Wechsel hat Google nach Darstellung des Portals Knowledge Graph Navigator am 16. Mai 2012 unter dem Titel „Introducing the Knowledge Graph: things, not strings“ angekündigt, als Abkehr vom Abgleich von Suchbegriffen mit Dokumenttext hin zur Erkennung der Dinge, auf die sich eine Anfrage bezieht. In einem Beitrag vom Mai 2020 sprach Google laut Knowledge Graph Navigator von mehr als 500 Milliarden Fakten über 5 Milliarden Entitäten.

Man kann sich diesen Graphen wie ein gewaltiges Register vorstellen, in dem jeder Eintrag mit anderen verknüpft ist. Googles Schnittstelle dazu durchsucht den Knowledge Graph nach Entitäten, die bestimmten Einschränkungen entsprechen.

Welche Wege zur eigenen Entität beschreibt Google selbst?

Der erste Weg sind strukturierte Daten. Google nennt sie ein standardisiertes Format, mit dem Sie Informationen zu einer Seite angeben und die Seiteninhalte klassifizieren können. Für die eigene Website empfiehlt Google strukturierte Daten des Typs Organization.

Der zweite Weg führt über das Knowledge Panel. Google schreibt, seine Algorithmen fänden die Informationen, die im Web öffentlich verfügbar sind. Wer als offizieller Bevollmächtigter bestätigt ist, kann das Knowledge Panel selbst ändern und die von Google automatisch gefundenen Informationen überschreiben.

Laut Squin erzeugt Organization-Markup kein Knowledge Panel. Google selbst hält knapp fest: Indexierung und Bereitstellung sind nicht garantiert.

Google verlangt, dass die strukturierten Daten mit dem sichtbaren Text auf der Seite übereinstimmen. Erfundene Profile wertet Google hart: KI-generierte Porträtfotos, erfundene Namen oder falsche Referenzen, die Inhalte nach menschlichen Experten aussehen lassen sollen, gelten als Täuschung. Squin rät, Schema-Markup erst am Ende anzugehen. Und der Anbieter LLMrefs empfiehlt, überall denselben Namen zu verwenden.

Braucht die KI-Suche von Google ein besonderes Markup?

Google verneint, dass dafür neue Dateien nötig sind. Für KI-Übersichten und den KI-Modus gibt es keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen. Spezielle strukturierte schema.org-Daten müssen Sie nicht hinzufügen. Nach Angaben von Google bleiben die bekannten SEO-Grundlagen relevant, weil die generativen KI-Funktionen auf den zentralen Ranking- und Qualitätssystemen der Suche basieren.

Trone berichtet von einem Test, den Search Engine Land mit drei Testwebsites und unterschiedlicher strukturierter Auszeichnung durchführte: Nur die Seite mit gut umgesetzten strukturierten Daten erschien in einer KI-Übersicht. Trone schränkt selbst ein: Die Stichprobe war klein, andere Variablen könnten das Ergebnis beeinflusst haben.

Offen bleibt auch, wie eine Entität überhaupt in den Knowledge Graph gelangt. Laut Knowledge Graph Navigator dokumentiert Google keine Schwelle, Gewichtung oder Auslöser; die Behauptung, ein Wikipedia-Artikel oder ein Wikidata-Eintrag bringe eine Entität in den Graphen, sei eine Schlussfolgerung aus der Praxis.

Wie erkennen ChatGPT, Claude und Perplexity einen Betrieb als Marke?

OpenAI unterscheidet zwei Zwecke, die sich getrennt steuern lassen: Ein Webmaster kann den Suchcrawler zulassen, um in Suchergebnissen zu erscheinen, und zugleich den Crawler sperren, dessen Inhalte ins Training der Grundmodelle fließen. Anthropic nutzt nach eigener Darstellung verschiedene Robots für die Modellentwicklung, die Websuche und den Abruf von Inhalten im Auftrag von Nutzern. Perplexity schreibt, sein Crawler solle Websites in den Suchergebnissen auffinden und verlinken, und er werde nicht für das Training von KI-Grundmodellen genutzt.

Laut xAI kann Grok mit dem Web-Search-Tool in Echtzeit im Web suchen und Webseiten aufrufen. Microsoft Advertising erklärt, Assistenten wie Copilot zerlegten Inhalte in kleinere, strukturierte Teile, die auf Autorität und Relevanz geprüft werden.

SystemWas die Unterlagen beschreibenZur Markenerkennung dokumentiert
GoogleOrganization-Markup, Knowledge PanelAufnahme in den Graphen undokumentiert (laut Knowledge Graph Navigator)
ChatGPT (OpenAI)getrennt steuerbare Crawler für Suche und TrainingKeine Angaben
Claude (Anthropic)Robots für Training, Suche und NutzerabrufKeine Angaben
PerplexityCrawler zum Auffinden und Verlinkenkeine öffentliche Ranking-Formel (laut LYVIA)
Copilot (Microsoft)Zerlegung in strukturierte Teile (laut Microsoft Advertising)Keine Angaben

Hängen Erwähnungen im Netz mit KI-Sichtbarkeit zusammen?

Ahrefs hat nach eigenen Angaben 75.000 Marken untersucht. Weberwähnungen einer Marke hängen demnach am stärksten mit ihrer Sichtbarkeit in Googles KI-Übersichten zusammen, mit einem Wert von 0,664. Ahrefs betont selbst, dass Korrelation keine Kausalität ist. Die Zahl bezieht sich auf die Sichtbarkeit von Marken in AI Overviews.

Beim Knowledge Graph beobachtet Knowledge Graph Navigator ein ähnliches Muster: Entitäten mit starker unabhängiger Berichterstattung sind tendenziell vertreten, der Mechanismus dahinter ist unveröffentlicht.

Was bedeutet das für Ihren Betrieb?

Markenaufbau gleicht eher der Pflege eines Obstgartens als einem Umbau am Wochenende.

Unser Audit fragt ChatGPT, Claude, Gemini und Perplexity jeweils über ihre Programmierschnittstelle ab, damit kein Gesprächsverlauf und keine Personalisierung das Ergebnis beeinflusst. Jede Käuferfrage wird je System standardmäßig fünfmal gestellt. Das Ergebnis ist ein Nennungsanteil je Frage und je System. Auf Wunsch messen wir nach 30 Tagen erneut, ob sich der Wert bewegt hat. Für den Kunstankauf Schütze in München wird das Unternehmen bei Fragen nach Kunstankauf in München von KI-Systemen unter den ersten drei genannt.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich strukturierte Daten, um in Googles KI-Übersichten zu erscheinen?

Laut Google müssen Sie keine speziellen schema.org-Daten hinzufügen. Spezielle schema.org-Daten müssen Sie nicht hinzufügen, und auch sonst gibt es keine zusätzlichen Anforderungen.

Bekomme ich ein Knowledge Panel, sobald Organization-Markup eingebaut ist?

Google schreibt, seine Algorithmen fänden öffentlich verfügbare Informationen im Web.

Verbessern strukturierte Daten mein Google-Ranking?

Google berichtet von Effekten auf Klicks: Rotten Tomatoes reicherte 100.000 Seiten mit strukturierten Daten an und erzielte damit eine um 25 Prozent höhere Klickrate als bei Seiten ohne.

Weiß man, wie ChatGPT, Claude oder Perplexity meinen Betrieb einordnen?

Zu Perplexity hält LYVIA fest, das Unternehmen veröffentliche weder feste Zitierquoten noch eine Ranking-Formel.

Wie lange dauert es, bis KI-Systeme meinen Betrieb nennen?

Für Perplexity gibt es laut LYVIA keinen veröffentlichten Zeitplan, bis eine Seite zitiert wird. Für einzelne technische Änderungen nennt OpenAI Werte: Bis die Systeme eine geänderte robots.txt für Suchergebnisse berücksichtigen, kann es etwa 24 Stunden dauern. Ob sich die Nennungen bewegen, lässt sich mit einer wiederholten Messung prüfen.

Quellen